Neu im Homeoffice – meine Tipps zur Umstellung

Ich habe in den letzten Tagen überlegt, welche Erfahrungen ich im Moment weitergeben kann, um andere auf meine Weise zu unterstützen. Während meine Familie und ich uns hier zuhause gestern neu eingerichtet haben, weil wir nun alle drei im Homeoffice sitzen, ist es mir dann eingefallen. Für mich ich das Arbeiten zuhause seit 16 Jahren Alltag. Mit allen Herausforderungen und Vorteilen. Während viele jetzt ziemlich improvisieren müssen – wenn das Arbeiten im Homeoffice überhaupt möglich ist – habe ich das Glück, bereits ein komfortables eigenes Arbeitszimmer zu haben. Dennoch habe ich ein paar grundlegende Tipps, die schon die Umstellung auf das Arbeiten im Homeoffice erleichtern können. Hier sind sie:

Ein fester Platz für das eigene Homeoffice

Die Möglichkeit, auf der Couch zu sitzen und von dort aus zu arbeiten ist unheimlich verlockend, setzt aber eine ziemlich große Selbstdisziplin voraus. Kann man sich für den Anfang sparen, um es sich leichter zu machen, solange man noch keine Routinen hat. Daher gilt: ein fester Platz mit allen nötigen Dingen – von Steckdose, Tisch, genug Licht und wenn es geht auch Ruhe – ist eine echte Basis. Spart tägliche Suchereien und Diskussionen mit Familienmitgliedern.

Anziehen!

Natürlich kann man prima im Pyjama arbeiten. Dann verschwimmen aber ganz schnell die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Wie soll ich mich dann konzentrieren und wie auch wieder abschalten können? Wie merken meine Mitbewohner, ob ich arbeite oder ansprechbar bin? Also: am besten immer so anziehen als würde man zur Arbeit gehen. Außerdem: wie schnell ist mittlerweile mal eben ein Videomeeting angesetzt und will ich dann wirklich ungekämmt vorm Rechner sitzen?

Die eigene Festung verteidigen

Familie und Homeoffice bzw. Selbstständigkeit unter einen Hut zu bekommen ist gar nicht so leicht, aber Kinder ab einem gewissen Alter können auch lernen, zu verstehen, dass es feste Zeiten gibt, in denen die Bürotür zu bleibt – außer in dringenden Fällen (die es allerdings unbedingt zu definieren gilt).

Ansonsten muss auch für Außenstehende klar kommuniziert werden, dass man arbeitet. Wirklich arbeitet. Und dass Dinge wie “Ich will nur mal kurz fragen” und “Kannst du nicht mal eben, du bist doch zuhause” auch sehr sehr häufig warten können. Der Teil ist hart, weil man klare Grenzen ziehen muss. Aber häufig ist den anderen garnicht bewusst, dass sie nicht die einzigen sind, die “mal eben…”, sondern dass es sich manchmal ganz schön summiert und schwupps, ist die wertvoll freigehaltene Arbeitszeit weg.

Planen

Für uns als Familie ist die Situation auch neu, dass nun erst einmal alle zuhause arbeiten oder lernen. Wir haben gemeinsam ein paar Regeln aufgestellt und stimmen uns auch jeden Morgen ab, was dran ist. Wir legen fest, wer wann Hilfe benötigt, seine Ruhe braucht, wann wir Dinge gemeinsam tun und wer welche Aufgaben erledigt. Auch wenn ich alleine arbeite, plane ich meine Aufgaben ziemlich genau ein. Das geht zum Beispiel mit digitalen Kalendern (gut auch zur Abstimmung von Familienterminen) und Online-Planungstools wie Asana. Oft reicht da die kostenlose Basisversion aus.

Zeit für mich

Es ist sehr hilfreich, gewisse Routinen zu etablieren und einen Rahmen mit möglichst festen Arbeitszeiten und Aufgaben aufzubauen. Da gehören dann auch kleine Pausen zu. Die ergeben sich im Büro mit Kollegen ja häufig ganz von selbst. Im Homeoffice lassen sich dagegen ganz individuelle Pausen einbauen – das reicht vom kleinen Spaziergang bis zur kurzen Yogarunde. Aber Vorsicht: die Freiheit erfordert auch Disziplin, um wieder zur Arbeit zurück zu kehren.

Die Möglichkeit, ständig arbeiten zu können führt ganz schnell dazu, dass auch das Gefühl von Feierabend verloren geht. Und egal, wieviel Spaß die eigene Arbeit macht, ein klares Ende der Arbeitszeit ist wichtig. Das heißt dann konkret: Türe zu, Businesstelefon aus, keine Email-Benachrichtigungen mehr.

Ich hoffe, es sind ein paar hilfreiche Tipps dabei. Zusammengefasst geht es in erster Linie um Freiheit, Flexibilität und Disziplin. Und dazwischen liegen all die Möglichkeiten, die das Arbeiten zuhause so bieten kann: Familie und Arbeit miteinander zu vereinbaren, seinen eigenen Rhythmus finden und seine Arbeit nach den eigenen Regeln einteilen und entwickeln.